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Wie ich meinen digitalen Zwilling gebaut habe — und was das Experiment über mich verrät

Ein Selbstversuch: Wie ich mit KI eine Website gebaut, mein Business-Profil anonymisiert analysiert — und dabei unerwartete Fragen über meine eigene Selbstwahrnehmung gestellt habe.

Wie ich meinen digitalen Zwilling gebaut habe

Und was das Experiment über mich verrät


Ich stehe kurz vor dem nächsten Kundengespräch. Der potenzielle Auftraggeber fragt mich: "Können Sie mir vorab etwas über Ihre Adobe Workfront-Erfahrung schicken?" Ich schicke einen Link. Er fragt Frank DZ 0.1 direkt. Und bekommt in 30 Sekunden eine strukturierte Antwort, die exakt auf seine Frage zugeschnitten ist — mit konkreten Projektreferenzen, meiner Vorgehensweise und einem Angebot zum Erstgespräch.

Das ist noch ein Zukunftsszenario.

Heute habe ich den digitalen Zwilling in der Version 0.1 gelauncht.

Aber fangen wir von vorne an.


Was ich eigentlich wollte: Ein Schaufenster für das Mögliche

Der erste Antrieb war gar nicht primär meine Business-Website. Ich wollte zeigen, was heute tatsächlich möglich ist — mit einem strukturierten KI-Ansatz, unter realen Bedingungen, ohne Shortcuts.

Konkret:

  • Eine vollständige Website mit KI-Backend — nicht zusammengeklickt, sondern mit echtem Tech Stack aufgebaut aber ohne Coding Skills meinerseits
  • Ein persönliches Profil aus echten Daten generieren — aber unter strikten Datenschutzanforderungen

Der zweite Punkt war mir besonders wichtig. Ich habe über 6.400 E-Mails aus zehn Jahren Business-Kommunikation zur Analyse herangezogen. Aber nicht einfach so. Alle Daten wurden vor der Analyse anonymisiert — Kundennamen, Firmennamen, persönliche Details entfernt. Erst dann hat die KI ausgewertet, welche Muster in meiner Kommunikation, meinen Themen und meiner Arbeitsweise stecken.

Das ist kein nettes Detail. Das ist die Voraussetzung, unter der so ein Experiment überhaupt seriös durchführbar ist — und gleichzeitig ein Ansatz, den ich auch meinen Kunden mit sensiblen Daten empfehlen würde.


Ein Selbstversuch mit einer unerwarteten Frage

Ich bin mir sicher: Irgendwo existieren schon digitale Profile von mir. Jeder, der im Internet aktiv ist und E-Mails schreibt, hinterlässt Spuren — auch wenn man sich in sozialen Medien zurückhält, wie ich es tue. Diese Profile entstehen ohne meine Kontrolle, aus Fragmenten die andere über mich haben.

Diesen Selbstversuch hier wollte ich bewusst und kontrolliert machen. Nicht um mich zu optimieren oder zu vermarkten — sondern um ein Instrument zu verstehen, das ich und meine Kunden in Zukunft brauchen werden. Und um eine Frage zu beantworten, die mich ehrlich gesagt neugierig gemacht hat:

Wie sieht eine KI mich, wenn sie nur meine Business-Seite kennt?

Ich habe die private Seite bewusst ausgeschlossen. Was bleibt, ist das berufliche Bild: meine E-Mails, meine Projekte, meine Formulierungen, meine Reaktionsmuster. Sehe ich mich dort wieder? Sehe ich Dinge, die andere an mir wahrnehmen, die ich selbst so nicht einschätze?

Das ist ein Vergleich, den ich interessant finde — zwischen dem eigenen Selbstbild und dem, was Daten über einen sagen.


Der eigentliche Use Case: Was ist heute wirklich möglich?

Ich wollte einen konkreten Beweis hinlegen — keinen PowerPoint, keine Theorie. Die Frage war: Kann man heute, ohne eine Zeile selbst zu coden, eine vollständige professionelle Website mit KI-Backend aufbauen? Und gleichzeitig ein persönliches Profil aus echten Daten destillieren, das eine KI so reagieren lässt wie ich es tue?

Die Antwort ist: Ja. Und das ist der eigentliche Kern dieses Projekts.

Gleichzeitig brauchte ich eine neue Website. Meine alten Auftritte hatten alle das gleiche Problem: aufwendig gebaut, schnell veraltet. Und ehrlich gesagt — eine klassische "Über mich"-Seite mit Bulletpoints und einem Profilfoto bildet nicht ab, wie ich wirklich arbeite. Ich führe Gespräche. Ich stelle Rückfragen. Ich analysiere, bevor ich antworte. Das kann kein statisches PDF.

Also habe ich beides verbunden: Experiment + Use Case + neue Website — mit einem Ansatz, der mich wirklich interessiert hat: Chat First statt About-Page.

Statt einer Seite die erklärt, wer ich bin, gibt es jetzt einen digitalen Gesprächspartner der es zeigt.


Der Tech Stack: Pragmatisch, nicht sexy

Ich hätte das komplex bauen können. Habe ich aber nicht — weil die cleanste Lösung selten die komplizierteste ist.

Obsidian als CMS — und als KI-Cockpit: Ich schreibe sowieso in Obsidian. Meine Notizen, Projektzusammenfassungen, Gedanken — alles landet dort. Jetzt ist der Vault die Single Source of Truth für die Website. Neue Projekte, geänderte Texte, frische Insights — ich editiere in Obsidian, Claudian synchronisiert, Vercel deployed. Kein separates CMS, keine Login-Maske, kein extra Tool.

Was viele nicht wissen: Obsidian ist nicht nur mein Notiz-Tool, sondern auch das Cockpit für die gesamte KI-Steuerung. Über das Claudian-Plugin läuft Claude direkt im Vault — ich kann Aufgaben direkt aus Obsidian heraus erteilen, ohne zwischen Tools zu wechseln. Claudian arbeitet dabei nicht alleine: Hinter den Kulissen laufen spezialisierte Subagenten — ein Web-Developer-Agent für Code, ein Translator-Agent für EN-Übersetzungen, ein Wissensbasis-Builder für das Profil. Jeder Agent kennt seinen Bereich, ich koordiniere die Aufgaben. Das ist kein Science-Fiction-Setup — das läuft heute, auf meinem Rechner, in meinem Obsidian Vault.

Next.js + Vercel: Schnell live, kein DevOps-Aufwand, ausgezeichnete Performance. Das Deployment läuft vollautomatisch über GitHub. Ich habe ehrlich gesagt nach einer europäischen Alternative gesucht — und nichts Vergleichbares gefunden. Stand heute ist Vercel in diesem Segment einfach führend. Vielleicht ändert sich das — ich würde es begrüßen.

Claude API (Haiku-Modell): Das Gehirn hinter Frank DZ 0.1. Ich habe mich bewusst für das günstigere Modell entschieden — nicht weil Qualität egal wäre, sondern weil ein gut geschriebener System-Prompt mehr leistet als ein teuereres Modell mit schlechten Instruktionen. Der System-Prompt ist dabei kein generischer Prompt. Er ist die destillierte Version meiner Arbeitsweise, meiner Sprache und meines Wissens.

Zweisprachigkeit (DE/EN): Die Website läuft vollständig auf Deutsch und Englisch. Content in Obsidian geschrieben, per Translator-Agent übersetzt, separat gepflegt.


Wie der Bau tatsächlich abgelaufen ist

Das ist der Teil, der mich am meisten überrascht hat — und gleichzeitig exakt das demonstriert, was ich meinen Kunden seit Jahren erkläre.

Ich habe Claudian nicht als Entwickler eingesetzt, der Code schreibt. Ich habe ihn als strukturierten Umsetzer eingesetzt, der meine Anforderungen versteht und eigenständig umsetzt.

Konkret: Ich habe in jeder Session beschrieben, was ich brauche — funktional, nicht technisch. "Wenn jemand nach Kontakt fragt, soll er meine echten Kontaktdaten bekommen, inklusive vCard-Download für Smartphones." Claudian hat daraus die technische Umsetzung abgeleitet, die Dateien angepasst, getestet und deployed.

Das ist Systemkontext-First in der Praxis: Ich definiere das Was und das Warum. Das Wie ergibt sich aus dem Kontext.

Das Ergebnis: Eine vollständige Business-Website mit Chat-Interface, zweisprachig, mit Analytics, Kontakt-CTAs, vCard-Download und automatischer Deployment-Pipeline — aufgebaut iterativ, Session für Session.


Was Frank DZ 0.1 heute kann

  • Fragen zu meiner Expertise beantworten — strukturiert, konkret, mit Projektreferenzen
  • Projekte vorstellen — 16 Referenzprojekte aus 15 Jahren, abrufbar per Chip oder Freitext
  • Kontakt herstellen — mit echten Daten, CTAs für E-Mail, Telefon, LinkedIn, Telegram, Signal und vCard-Download
  • Zweisprachig kommunizieren — auf Deutsch und Englisch, je nach Sprache der Seite
  • Rund um die Uhr verfügbar sein — auch wenn ich gerade beim Kunden oder im Erstgespräch bin

Was er nicht kann: Mich ersetzen. Er ist ein Türöffner, kein Abschluss-Automat. Wer tiefer einsteigen will, spricht mit mir.


Ein ehrliches Fazit: Prototyp, nicht Produkt

Ich möchte transparent sein: Frank DZ 0.1 ist ein Prototyp. Das Profil ist noch nicht vollständig. Wenn jemand sehr tiefe, spezifische Fragen zu Adobe Workfront stellt — zur Governance-Architektur bei komplexen Enterprise-Setups zum Beispiel — wird der Zwilling heute noch an Grenzen stoßen. Das Wissen ist vorhanden. Die Wissensbasis wird laufend erweitert.

Aber das ist auch der Punkt. Dieses Projekt ist kein Endprodukt, das ich einmal liefere und dann vergesse. Es ist ein lebendes System. Und das ist — wenn ich ehrlich bin — der interessanteste Aspekt daran.

Eine klassische Website ist nach dem Launch fertig. Ein digitaler Zwilling wird mit der Zeit besser.


Was ich daraus für meine Kunden mitnehme

Dieser Selbstversuch hat mir gezeigt, was heute realistisch möglich ist — und wo die Grenzen liegen. Beides ist wertvoll.

Was funktioniert: Strukturiertes Wissen in ein gesprächsfähiges System überführen. Anonymisierte Datenanalyse unter Datenschutzbedingungen. KI als Multiplikator für persönliche Expertise, nicht als Ersatz.

Was es braucht: Gute Rohdaten, klare Anforderungen und die Bereitschaft, iterativ vorzugehen. Wer denkt, man gibt ein paar Texte in eine KI und hat einen Zwilling — wird enttäuscht sein. Wer systematisch vorgeht, bekommt ein echtes Werkzeug.

Ich werde diese Erfahrungen weiterentwickeln. Nicht nur für mich, sondern auch für Kunden, die ähnliche Möglichkeiten für sich oder ihre Unternehmen erschließen wollen.

Falls du wissen willst, was davon für dich relevant sein könnte — frag Frank DZ 0.1. Oder direkt mich.


Frank Fischer ist Interim Manager, Adobe Workfront Spezialist und M&A-Berater bei Kreativraketen KG. Zum Chat →